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Schule am Lütterbach - Kath. Grundschule Niederkrüchten - Primarstufe 

Die Anti-Bullying-Strategie 

Unter dem Motto „Keine Chance für Bullies“ wirbt die Polizei bundesweit für das an Schulen erfolgreich erprobte „Anti-Bullying-Programm“ zur Gewaltprävention. Viele Schulen im Kreis Viersen nehmen bereits mit gutem Erfolg an diesem Programm teil. Die Schulkonferenz unserer Schule hat im Schuljahr 2007/ 2008 beschlossen, ebenfalls dieses Programm zur Verbesserung des  friedlichen Miteinanders zu nutzen.

Was ist Bullying? 

Unter „Bullying“ versteht man gezielte, systematische und wiederholte Schikanen stärkerer Schüler gegenüber Schwächeren (auch „Mobbing“ genannt). Die Täter, die „Bullies“, ärgern immer wieder einen oder mehrere hilflose Schüler aus dem Klassenverband. Von verbalen Attacken, Demütigungen und Hänseleien bis hin zu immer wiederkehrenden körperlichen Angriffen reicht das Instrumentarium der Quälereien, dessen sich  die „Bullies“ bedienen. Merke: Es geht nicht nur um körperliche Gewalt! Wir tolerieren an unserer Schule diese Verhaltensweisen  nicht! Wir beantworten Bullying aber nicht mit Gegen-Gewalt. Wir zeigen durch unser Handeln und die hier beschriebene Anti-Bullying-Strategie, wie man Probleme ohne Gewalt, Drohung und Druck lösen kann.

Was beinhaltet die Anti-Bullying-Strategie? 

Gegen die Aggressionen und Gewalttätigkeiten an Schulen wurde das Bullying-Präventions-Programm im norwegischen Bergen unter Leitung  von Professor Dan OLWEUS entwickelt und auf seine Wirksamkeit überprüft. Ein wichtiges Ergebnis dieser Überpüfung war der Rückgang des Gewaltproblems in den ersten zwei Jahren um 50% und mehr, wobei die Wirkung nach zwanzig Monaten noch deutlicher war als nach acht Monaten! Dieses international anerkannte Olweus-Programm versucht vorwiegend, das Schul- und Klassenklima zu verbessern und basiert auf folgenden Prinzipien:
                      - Interesse und Engagement der Erwachsenen
                      - Klare Grenzen für inakzeptables Schülerverhalten
                      - Konsequente (aber nicht feindselige) Reaktionen bei Regelverletzungen
                      - Ein gewisses Maß an Beobachtung und Kontrolle
                      - Erwachsene, die auch als Autoritäten handeln
Das Programm will vor allem den Opfern von Gewalt helfen  und  fördert sowohl soziale Kompetenzen der Schüler wie Konfliktfähigkeit und –bewältigung, Zivilcourage und Selbstsicherheit als auch Handlungskompetenzen bei  Lehrkräften und Eltern.

Wie sieht die konkrete Umsetzung der Strategie an unserer Schule aus?

Wir haben an unserer Schule gemeinsam mit Eltern aus der Schulpflegschaft einen Anti-Bullying-Ordner erstellt, der alle wichtigen Informationen und Formblätter enthält. Die Strategie sieht nachfolgende Schritte vor, wenn es zu einem wiederholten Fall von „Bullying“ kommt:

  1. Das  Opfer stellt das schädigende Ereignis aus seiner Sicht schriftlich dar.    
  2. Der  Täter bzw. die Täter soll/en ebenfalls den Vorfall schriftlich darstellen.
  3. Die  Eltern der beteiligten Kinder erhalten Kopien der von beiden Seiten erstellten Schriftstücke.         
  4. Die Eltern dieser Kinder werden dann aufgefordert, zu dem Vorfall schriftlich Stellung zu  beziehen. Sie sollen der Schule eine Rückmeldung geben, wie sich der Fall aus ihrer Sicht darstellt, nachdem sie mit ihrem Kind darüber gesprochen haben. Diese Rückmeldung dient dazu, die Sichtweisen der Kinder zu ergänzen und der Schule weitere Informationen bereitzustellen. Der Bericht der (anderen) Kinder ist dabei übrigens nicht als Schuldanerkenntnis zu werten! Er soll lediglich dabei helfen, den Konflikt zu entschärfen, bevor er sich ausweitet und es zu weiteren Maßnahmen kommen muss. Hierbei ist es ganz wichtig, dass die Eltern ihre schriftliche  Stellungnahme so schnell wie möglich, also am nächsten Schultag, in die Schule mitgeben, damit das folgende Gespräch so zeitnah wie möglich stattfinden kann.
  5. Anschließend findet ein Gespräch mit den beteiligten Schüler/innen und einer Lehrperson bzw. der Schulleitung statt, um die Situation zu klären und Absprachen zur Verbesserung der Situation des Opfers zu treffen. 
  6. Nach ca. einer Woche wird ein Nachgespräch mit den beteiligten Schulkindern  durchgeführt, um zu kontrollieren, ob sich die Situation für das Opfer verbessert hat.

Wenn sich die  Situation für das Opfer verbessert hat, ist das Verfahren hiermit abgeschlossen. Sollte sich die Situation nicht entscheidend verbessert haben, werden wir gemeinsam mit den Kindern und ihren Eltern weitere Schritte überlegen. Auch hier gilt  weiterhin: Keine Akzeptanz für „Bullies“.